„StadtteilLeben“ – Die Messe zur sozial integrierten Stadt

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„StadtteilLeben“ – Die Messe zur sozial integrierten Stadt

StadtteilLeben - so lautete der Name der Messe, die sich mit der Stadtteilarbeit auseinandersetzte, wie sie seit 2000 in Aachen-Ost praktiziert wird. Verschiedene Akteure - angefangen bei Stadtteilarbeitern, Mitarbeitern der kommunalen Verwaltung und Kooperationseinrichtungen – waren geladen, um zu veranschaulichen, welche Lösungen für die strukturellen und wirtschaftlichen Probleme vor Ort gefunden werden. Es beteiligten sich über 30 Städte aus ganz NRW, die anschaulich auf lebendige Art die erfolgreichen Projekte ihrer Stadtteilerneuerung aufzeigten.

Die Vielfalt des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt NRW wurde durch die Vorstellung verschiedener Projekte erfahrbar: Zum Beispiel durch eine von Jugendlichen gestaltete Mosaikbank oder von Kindern erstellte Papierboxen, die die Geschehnisse des Viertels abbildeten. Auch im Außenbereich luden das Kistenklettern oder die Rikschastation Essen zum Mitmachen, Gestalten und Bewegen ein. Für den Stadtteil Aachen-Ost wurden stellvertretend für viele Projekte die Umgestaltung des Kennedyparks, das Tanzprojekt inMotion und der Umbau der Nadelfabrik gezeigt, die im bekannten Format der Stadtteilzeitung Aachenpost dargestellt wurden.

Neben diesen Aktivitäten rundeten Diskussionsforen zu Fragestellungen der Stadtteilarbeit und Bühnenauftritte das Programm ab. Der Duisburger Landschaftspark-Nord, der übrigens nicht nur ein Beispiel einer gelungenen Umnutzung ist, war aufgrund der großzügigen Fläche ein schöner und angemessener Veranstaltungsort, der sogar alle teilnehmenden Orte aus NRW für diese Messe in einem Stadtteil beherbergte.

Den Tag über konnten die Besucher Beispiele einer erfolgreichen Stadtteilarbeit anschauen, im direkten Kontakt mit den Akteuren mehr Informationen erhalten und Kollegen aus anderen Städten kennenlernen.

Bei all dem Treiben konnten die Besucher fast das Anliegen der Messe vergessen, nämlich angesichts der finanziellen Notlagen der kommunalen Haushalte und bereits vorgenommenen Kürzungen auf Bund- und Länderebene auf die Herausforderungen einer Stadtentwicklung hinzuweisen. Kommunen stehen heute vor der komplexen Aufgabe den sozialen und ökonomischen Wandel der Städte zu begegnen und diese Umbrüche zu bewältigen. Dass diese Herausforderungen auch Aufgaben von Politik und Gesellschaft sind, bekräftigte bei der offiziellen Eröffnung und Begrüßung der Innenminister von NRW, Ralf Jäger, und sicherte weiterhin Unterstützung zu. Andere Podiumsdiskussionen widmeten sich zum Beispiel dem Aufbau von Netzwerkstrukturen und Bürgerbeteiligung, Stadtteilzentren, der Möglichkeiten von Umnutzungen kirchlicher Immobilien oder einer Integration durch Bildung. Wie auch in Aachen fand das Thema „Verstetigung integrierter Quartiersentwicklung“ eine große Beachtung, da das Auslaufen des Programms nach wie vor für die Akteure der Stadtteile eine schwierige Aufgabe darstellt.

Wie die gerade veröffentlichte und auf der Veranstaltung vorgestellte Broschüre “Verstetigung integrierter Quartiersentwicklung in benachteiligten Stadtteilen von Nordrhein-Westfalen” vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen Wohnen und Verkehr des Landes NRW verdeutlicht, existieren viele gelungene Beispiele für Verstetigungsstrategien aus Städten, die jedoch auch aufzeigen, dass eine Fortführung der Bemühungen nur gemeinsam und mit gebündelten Ressourcen glücken kann.

Insgesamt war es eine gelungene Messe, die sowohl Fachleuten als auch Akteuren das „StadtteilLeben“ erfahrbar machte und für jeden Geschmack etwas Besonderes bereithielt. 

Bilder zu dieser Messe können Sie auf der website

http://www.duisburg.de/micro/eg-du/news/StadtteilLeben.php einsehen.

Stefanie Grote

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