St. Barbara entwidmet

19.04.2019, 09:29 von Roberto Graf

Eine 118-jährige Geschichte (1901 -2019) endet und eine neue beginnt.

Nach 118 Jahren trennt sich das Bistum Aachen nun jetzt auch von St. Barbara in Rothe Erde.

Am 31. März wurde St. Barbara entwidmet und an die stark wachsende evangelische Freikirche Neues Leben übergeben, die ihre Wurzeln in Kasachstan haben.

Hintergründe und einen geschichtlichen Abriss können Sie im Pfarrbrief "2019-03" auf der Webseite der Pfarre St. Severin, Eilendorf nachlesen

Kommentar

St. Barbara ist nicht das 1. Gotteshaus, von dem sich die katholisch Gläubigen trennen, weil es zu groß für sie geworden ist. "Stark rückläufige Besucherzahlen und der demographische Wandel", wie Pfarrer Puls sie in seinem Wort zum Monat (Pfarrbrief 2019-03) benennt, sind modern gewordene Ausreden und auch nicht die einzigen und wahren Gründe für die Entwicklungen in der katholischen Kirche. Schade nur, das die katholische Kirche nur mit wirtschaflichen Überlegungen und Argumenten - insbesondere bei Gotteshaus-Schließungen - hierauf antwortet.

Hoffen wir, dass die katholisch Gläubigen von St. Severin die noch wenigen - insbesondere älteren Menschen - in Rothe Erde nicht ganz aus ihren Augen verlieren. Nicht alle können den für sie weiten Weg nach St. Severin gehen. Und eine KiTa oder OT oder Seniorenheim hilft einem auch nicht weiter, wenn man einen Ort der Stille, des Gebetes, der Glaubensfeier benötigt, denn diesen Raum gibt es nicht mehr in Rothe Erde .

Das Zusammenfassen von vielen kleinen Gemeinden zu einer großen kann nicht die einzige Lösung eines Problemes sein. Vielleicht helfen ja auch Überlegungen, wie man sich selbst wieder für die "verloren gegangen Schäfchen" attraktiver macht. Das setzt voraus, dass man auch über sich und sein Agieren nachdenkt. Das hat unsere katholische Kirche ja leider nicht nötig, oder ?

Roberto Graf

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