Bestellen Sie den Newsletter hier!

Kalender

< August 2018 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    

Panneschopp

07.05.2015, 20:25 von Gerrit Monnatz

Ein Beitrag von Dieter Jansen

Herr Dieter Jansen hat der @achenpost einen Beitrag zukommen lassen, der – wie viele schöne Bilder und weitere Texte zum Ostviertel – auf seiner Homepage http://www.dieters-seite.de/aachen/ostviertel/  zu finden ist.  Auch die Bilder, die dem Artikel beigefügt sind, hat er selber gemacht. 

"Die Bedeutung des Begriffs Panneschopp ist vielen Menschen, selbst im Ostviertel, nicht mehr bekannt. Bis vor einigen Jahren gab es noch eine Gaststätte gegenüber der Feuerwehrhauptwache, die diesen eigentümlich klingenden Namen trug. Im Panneschopp wurden Dachziegeln hergestellt.  Der Begriff aus dem Aachener Dialekt meint damit Dachziegelei bzw. im Dialekt wird Panne gesagt.

Ab 1830 gab es die besagte Gaststätte. Ab 1885 fand an dieser Stelle der Öcher Bend statt. Das war jahrzehntelang der angesagte Amüsierort Ostern und im Sommer. Damals hatte der Öcher Bend den Namen Tolbetskermes. Tolbert ist Albert (von St. Adalbert) und Kermes ist Kirmes. Die Menschen gingen zur "Tolbetskermes nohgene Panneschopp"!

Mit der Kirmes war es dann in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu Ende.

An seiner Stelle wurde ein großes, modernes Wohngebiet erschlossen. Es erstreckt sich im Gebiet Lützow-, Elsaß-, Stolberger- und Leipzigerstraße. Die Stadt Aachen bzw. die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Aachen und Burtscheid finanzierte die Siedlung Panneschopp.

Grund war die ungeheure Wohnungsnot. Für private Investoren lohne es sich nicht, Wohnungen zu bauen. Die Mieteinnahmen waren durch die Weltwirtschaftskrise nicht gesichert. Die Menschen hatten keine Arbeit.

Andererseits waren die hygienischen Verhältnisse in den meisten "Wohnungen" jener Zeit absolut schlecht. Hauptsächlich gab es kleine Einraumwohnungen für die Industriearbeiterschaft und ihre Familien.

Hinzu kam erschwerend, dass durch die Auswirkungen des 1. Weltkrieges viele Menschen aus den Gebieten Eupen und Malmedy in Richtung Aachen zogen und Wohnungen suchten. Angelegt wurden diese Wohnungen in ganz neuem Stil: mehrere Zimmer,elektrisches Licht, Toilette und Bad in der Wohnung, begrüntes Umfeld, Balkone und Außenflächen. Für damalige Verhältnisse komfortabel. Nach dem letzten Krieg gab es Zerstörungen der Wohnanlagen. Eine Renovierung fand 1949 statt. Die letzte Renovierung der Anlage fand 2012 statt."

 

Zurück