Von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft

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Internationaler Frauentag 02.03.2013

Die Stellung der Frau im Iran und in der Türkei

Auch dieses Jahr organisierte  “Werkstatt der Kulturen” zusammen mit dem Iranischen Kulturverein Rahaward e.V. und  Eurotürk e.V. ,  eine Veranstaltung  zum  Internationalen Frauentag. Es war wieder soweit. Festlich gekleidete Damen und Herren kamen zu diesem bunten Fest. Das Publikum war gemischt,  von Jung bis Alt. Einige Mütter hatten ihre Kinder mitgebracht. Die meisten Frauen kannten einander. Sie umarmten einander voller Erwartung. Um 17.30 Uhr sollte es losgehen. Die Stimmung stieg.

In vollem Saal wurden die Gäste herzlich durch die charmante Leiterin der Werkstatt, Frau Heike Kessler-Wiertz begrüßt , die das Programm moderiert hat.  Ihre ausgezeichnete Arbeit hat  der Veranstaltung viel Glanz verleihen.

Danach wurde das Mikrofon an Frau Scheid übergegeben, die das Grußwort verlas.

Das Motto  der Veranstaltung 2013  war  “Die Stellung der Frau im Iran und Türkei” und  umfasste sowohl die Vergangenheit als auch die  Gegenwart der Frauengeschichte, mit einem feministischen Blick in die Zukunft.

Die Problematik der allgemeinen Benachteiligung von Frauen, den niedrigen Frauenanteil an politischen Entscheidungsprozessen und weitere Aspekte  thematisierten zwei hoch kompetente Referentinnen.

Das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Azadeh Kian (Politische Soziologin an der Universität Paris )  war “Frauenbewegung im Iran”.  In ihrem Referat nahm Sie den gesamten Mittleren Osten, Tunesien, Ägypten, Jemen und zuletzt Syrien auf. Bereits seit mehr als einem Jahrhundert kämpfen die Frauen aus der urbanen Mittelklasse unermüdlich gegen Ungerechtigkeit und geschlechtliche Diskriminierung. Dabei zeigte Frau Kian eine bedeutende Rolle auf, welche bei allen großen gesellschaftlichen, antikolonialistischen und nationalen Bewegungen den Frauen zukam.

Das schwere Thema von Prof. Kian fiel durch den Comedy Auftritt  der selbstbewussten Stand up Kabarettistin  Senay Duzcu etwas leichter. Sie brachte das Publikum erfolgreich zu freudigem Lachen. Senays Soloprogramm “Ich bleib ‘dann mal hier” kreierte eine ausgelassene Stimmung.  Mit ihrer einnehmenden Art, gepaart mit einem scharfen Verstand, hat sie  die Unterschiede zwischen die Kulturen betont und auf  geistreiche Weise versucht, diese  zu überbrücken. Ihre Spezialität ist das Leben der ausländischen Frau. Als Türkin ist sie sehr vertraut mit Ängste und Probleme von ihrer Landsleute. Doch  mit einer guten Portion Humor lebt es sich leichter. Das Publikum dankte ihr mit langanhaltendem Beifall für diese  amüsante Darbietung.

"Ich komme aus der Türkei, und zwar aus der Stadt Duisburg" so die Künstlerin.

Nach so viel Lachen aus vollem Herzen, war eine Pause notwendig. Das reichhaltige Buffet für den kleinen Hunger zwischendurch, mit Drinks und  frisch zubereiteten Köstlichkeiten, wurde durch Ehrenamtliche liebevoll organisiert.

Dabei  fand der erste Gedankenaustausch statt, wobei man sich auf weiteres Programm einstimmen konnte.

Danach folgte der Vortrag von Frau Sevil Becan aus Türkei.  Er hieß „Frauen in der Türkei- Ändert sich das Frauenbild?“. In ihrem Vortrag ging es nicht nur um Thema  Die Frau als Frau, sondern auch um den Aspekt die Frau  als Mensch  mit ihrer eigenen Persönlichkeit, die ihre Aufgaben in der Gesellschaft und Familie erfüllt.

Frau Becan  behandelte  auch das Thema Weiterentwicklung der Gleichberechtigung der Frau in der Ausbildung unter universale Ansichten von Atatürk über Freiheit, Demokratie und Gesetze. Es war eine sehr lehrreihe Erfahrung,  die  bei uns allen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Vor allem waren die Statistiken über tödliche Gewalt gegen Frauen verblüffend.  Die Zahlen sind sehr hoch. Die Frauen sterben durch die Hand des Ehemanns, Freundes oder Ex-Partners. Für viele Gäste war das wie ein überraschender  Schlag ins Gesicht. Obwohl das Thema alles andere  als  geheim ist, hat man doch bestürzt in Richtung Leinwand geguckt. Manchmal ist es eben ratsam, die Gemütsverfassungen wachrütteln zu lassen.

Alle obengenannten Länder  werden weltweit als die Musterländer in der Frauendiskriminierung gesehen, wo Unterdrückung und Misshandlung gegen die Frauen alltäglich sind. Doch  das Phänomen des Feminismus setzt sich weiter fort.

Es wurde einfallsreich versucht die Gäste (sowohl Männer als auch Frauen) für die gewisse politische Inhalte und Tatsachen zu sensibilisieren und auf die Frage zu antworten: Wo stehen die Frauen in der moslemischen Welt heute?

Das Sahnehäubchen war allerdings der zweite Auftritt von Senay Duzcu. Es war das pure Vergnügung ihr zuzuschauen. Sie ließ uns alle wieder ein Stückchen näher zusammenrücken.

Zum Glück braucht das Lachen keine Dolmetscher.

Zum Ausklang des Abends wurde  sie zusammen mit Frau Kian, Frau Becan und Frau Scheid mit Beifall und traditionellem Aachener Gebäck Printen bedacht.

Das Ergebnis dieser multikulturelle Abend war unvergesslich. Es war eine Mischung aus Humor, Geschichte  und Wissenschaft. Wir können feststellen, dass diese Verquickung auch im realen Leben funktionieren kann . Es hat den Besuchern sehr gut gefallen.

Von dieser Stelle nochmal einen großen Dank an Werkstatt der Kulturen, Iranischen Kulturverein Rahaward e.V.  und Eurotürk e.V. für diese  gelungene  Veranstaltung.

 

Alma Dizdarevic, Erasmus Studentin, Werkstatt der Kulturen

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