Alice in Aachen – Ein fantastisches Theaterprojekt

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Als der Kulturdezernent der Stadt Aachen Wolfgang Rombey an seinem 60. Geburtstag vor vier Jahren beschließt sich statt der üblichen Geburtstagsgeschenke lieber Geld für ein kulturpädagogisches Projekt schenken zu lassen, ahnt er nicht was im Herbst 2012 Wundervolles daraus entsteht.

Zusammen mit dem Stadttheater Aachen, dem Spielhaus Kennedypark, der OT- Alfonsstraße und der OT-Talstraße findet ein Theaterprojekt statt, an dem sechzig Kinder mit großer Begeisterung teilnehmen und dafür sogar in den Ferien täglich zur Probe in die Stadt fahren. Für viele der Kinder aus dem Aachener Nord- und Ostviertel ist die Innenstadt eine ganz neue Erfahrung. Die ersten Tage des Projekts sind für alle sehr anstrengend, da alles neu ist und man sich eben noch nicht so gut kennt. Beim Einstudieren der Texte und Choreographien wird den Kindern durchaus ein hohes Maß an Disziplin abverlangt. Trotz der üblichen kleinen Querelen untereinander meistern die Kinder ihre schwierigen Aufgaben wirklich prächtig. Die Theaterpädagogin Mira Loos und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Stadttheater Aachen haben alle Hände voll zu tun, um die lebhaften Kinder auch für das konzentrierte Arbeiten an Kulissen und Kostümen bei der Stange zu halten. Jede Rolle im Stück wird mit mehreren Kindern gleichzeitig besetzt und auch gesprochen. Die Anlehnung an Lewis Carolls berühmte Alice im Wunderland gelingt der Alice in Aachen mit müheloser Leichtigkeit. Die erfrischende Inszenierung mit Improvisationscharakter nimmt das sichtlich amüsierte Aachener Publikum mit auf einen ungewöhnlichen Spaziergang durch die Aachener Innenstadt. Eingestimmt von den Klängen des Kinder-Geigenorchesters der Aachener Musikschule bahnt sich die Alicegruppe zusammen mit den Kaninchen und den Grinsekatzen spielend den Weg vom Hof zum Puppenbrunnen, wo sie schon von den Hutmachern erwartet wird. Nach der Teeparty auf dem Münsterplatz treffen die Protagonistinnen im Elisengarten auf die Humpty-Dumpties und nehmen mit viel Spektakel am Krocketspiel der Königinnen teil. Zum Abschluss der Geschichte bekommt das begeisterte Publikum auf dem Theaterplatz noch einen Tanz zu sehen, bevor die jungen SchauspielerInnen zu Limonade und Kuchen ins Spiegelfoyer des Stadttheaters entschwinden.

Rückblickend ist zu festzuhalten, dass diese Premiere nur der krönende Abschluss eines längst gelungenen Projekts ist. Im Endergebnis konnten Teilhabeprozesse entstehen, die weit über die Hauptziele der Theaterarbeit hinausreichen. Daher soll dieses in vielerlei Hinsicht erfolgreiche Projekt auf Wunsch der Beteiligten nach Möglichkeit weitergeführt werden. Das erste Nachtreffen im Spielhaus Kennedypark mit allen beteiligten Sozialpädagogen und Theaterleuten ist schon geplant.

Dieses gelungene Kulturprojekt mit der Beteiligung der Offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen aus Aachen Ost und Aachen Nord ist also an genau der richtigen Stelle angekommen und sollte den Beteiligten Mut machen auch zukünftig mehr Neues auszuprobieren.

Ein riesiges Dankeschön an alle, die zum Gelingen dieses fabelhaften Projekts beigetragen haben.

Fortsetzung ausdrücklich erwünscht!

Elke Djafari – Spielhaus Kennedypark

 

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