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Psychoseseminar der ALI e.V. und des Alexianer-Krankenhauses Aachen, Sophienstr.11

13.06.2015, 16:10 von Gerrit Monnatz

„Hören Sie Stimmen?“

Das ein Seminar zum Thema „Stimmen hören“ veranstaltet werden sollte, war der Wunsch der Teilnehmer gewesen.  Sie wollten gerne wissen, wie sie sich das Phänomen „Stimmen hören“ vorstellen könnten. 

Deswegen hatten sich die Organisatoren entschieden, einen Film zu zeigen, der sich Mitte der 90er Jahre mit dem Thema beschäftigt hatte:  „Hören Sie Stimmen? – Neue Erkundungen eines alten Phänomens“ von Irene Stratenwerth.  Anliegen des Dokumentarfilms war, darüber zu berichten, wie weit verbreitet das Stimmen hören ist, welche medizinischen Erkenntnisse bezüglich des Stimmenhörens vorliegen und Möglichkeiten des Umgangs mit den auftretenden Stimmen aufzuzeigen.  Dabei wurde darauf hingewiesen, dass 2-5% aller Menschen Stimmen hören.  Auch viele „Künstler, die mit ihrer Seele reden“, so einer der im Film gezeigten Ärzte, hörten Stimmen.  Nur wer unter den Stimmen leidet, wird sich als krank empfinden.  Was früher noch als göttliche Eingebung galt  – wie im Fall der Hildegard von Bingen-, würde heute in der Psychiatrie durchweg pathologisiert.  In einer Klinik würden Stimmenhörer fast immer medikamentös behandelt.     Diese Behandlung könne leicht als Bedrohung wahrgenommen werden.  Dabei müssten Stimmen manchmal auch als „beste Lösung“ für ein psychisches Problem verstanden werden.  Sie stellten „Ersatzbeziehungen“ dar.  So berichtet der Film von Musikhalluzinationen, bei denen Schwerhörige Melodien hören. 

Die Ursachen des Stimmenhörens sind immer noch nicht gefunden.  Mit bildgebenden Verfahren lassen sich zwar die Hirnregionen bestimmen, die beim Stimmenhören aktiv sind.  Sie zeigen aber nur die Mechanismen des Hirns auf, nicht die Ursachen des Stimmenhörens.

Der Film zeigt vorwiegend Beispiele, bei denen Betroffene empfehlen, genauer auf ihre Stimmen zu hören.  Es sei ihnen gelungen, mit ihnen in Dialog zu treten und sie gegebenenfalls auch zum Schweigen zu bringen.  Eine Betroffene berichtet, dass sie mit den Stimmen spricht, um „mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben“.  Eine andere erklärt, dass sie mit der Zeit die Stimmen als Schöpfungen aus dem eigenen Bewusstseinsstrom begriffen habe. 

Die an den Film anschließende Diskussion ist sehr offen und konkret.  Einige Teilnehmer schildern das Stimmenhören aus eigener Erfahrung, andere versuchen, ihre Erfahrungen als Angehörige mit denen zu teilen, die Fragen haben.  Nicht alle, die Stimmen hören, sind in der Lage, darüber mit anderen zu sprechen.  Zum Teil verbieten die Stimmen dem Betroffenen, von ihnen zu sprechen.  Ihre Angehörige erleben sie als müde von der Auseinandersetzung mit den gehörten Stimmen und schließen durch die Selbstgespräche der Betroffenen darauf, dass ein solches Erleben vorliegt.  Nicht in allen Fällen hilft eine Medikation durch Neuroleptika, um die Stimmen zum Verschwinden zu bringen.  „Gehen Sie morgen zur Arbeit und erzählen Sie, dass Sie Stimmen hören!“, empfiehlt einer der Teilnehmer.  „Dann wissen Sie mit welchen Vorurteilen die Betroffenen zu tun haben.“  

Das Psychoseseminar findet an jedem zweiten Dienstag im Monat von 18.00 -19.30 Uhr in den Räumen der Aachner Laienhelfer Initiative e.V. in der Sophienstr.11 statt.  Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.  Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mehr Informationen finden Sie im Flyer

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